Der Lagerabschnitt B II e in Auschwitz-Birkenau: Das „Zigeunerlager“

Der Lagerabschnitt B II e, von der SS „Zigeunerlager“ genannt, war Teil des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Rechts und links der Lagerstraße standen jeweils zwanzig Baracken. In den so genannten „Wohnbaracken“ waren bis zu tausend Menschen auf dreigeschossigen Holzpritschen zusammengepfercht. Daneben gab es so genannte „Funktionsbaracken“ wie den Krankenbau oder die Schreibstube. Der gesamte Lagerabschnitt war mit einem elektrisch geladenen Stacheldraht umgeben.

Bis Anfang April 1943 waren bereits über 12.000 Sinti und Roma im „Zigeunerlager“ eingetroffen. Im März und im Mai 1943 kam es zu den ersten Massenvergasungen, bei denen über 2.700 Männer, Frauen und Kinder mit dem Giftgas Zyklon B ermordet wurden.

Folter und Terror der SS, schwerste Zwangsarbeit bei völlig unzureichender Ernährung und katastrophale hygienische Bedingungen bestimmten den Lageralltag. Die inhaftierten Menschen mussten hilflos mit ansehen, wie ihre Familienangehörigen verhungerten oder den zwangsläufig auftretenden Krankheiten wie Flecktyphus erlagen. Von den insgesamt 23.000 im „Zigeunerlager“ inhaftierten Menschen kamen nahezu neunzig Prozent ums Leben. Vor allem die im Lager geborenen Säuglinge und die Kleinkinder hatten keine Überlebenschance.

01 | Blick auf die Holzbaracken im Lagerabschnitt B II in Birkenau Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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02 | Das Innere einer Baracke, aufgenommen nach der Befreiung Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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03 | Eine der Lagerstraßen in Birkenau, aufgenommen nach der Befreiung Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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04 | Plan des Lagerkomplexes von Birkenau (Auschwitz II) mit Hervorhebung des „Zigeunerlagers“ Archiv DokuZ
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05.1 | Erkennungsdienstliche Aufnahmen von Johann Holomek mit seiner Häftlingsnummer aus Auschwitz-Birkenau Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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05.2 | Erkennungsdienstliche Aufnahmen von Stephanie Holomek mit ihrer Häftlingsnummer aus Auschwitz-Birkenau Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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06 | Agnes-Sulejka Klein, mit 16 Jahren nach Auschwitz deportiert, wurde dort von einem Kapo (Häftlings-Vorarbeiter) vergewaltigt. Später erlitt sie eine Totgeburt. Von Auschwitz kam Agnes Sulejka Klein über das KZ Ravensbrück nach Sasel, einem Außenlager des KZ Neuengamme. Dort starb sie völlig entkräftet wenige Tage vor dem Kriegsende. KZ-Gedenkstätte Neuengamme
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07 | Interview mit Franz Rosenbach (1927–2012)
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08 | Interview mit Walter Winter (1919–2012)  
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09 | Interview mit Hermann Langbein (1912–1995)
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10.1 | Doppelseite aus dem „Hauptbuch“ der Frauen im „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau. Bei den Namen handelt es sich um Opfer der Mordaktion vom 25. Mai 1943, als über 1.000 Sinti und Roma in den Gaskammern ermordet wurden. Die Abkürzung „Gest. SB“ bedeutet „Gestorben. Sonderbehandlung“. Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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10.2 | Doppelseite aus dem „Hauptbuch“ der Frauen im „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau. Bei den Namen handelt es sich um Opfer der Mordaktion vom 25. Mai 1943, als über 1.000 Sinti und Roma in den Gaskammern ermordet wurden. Die Abkürzung „Gest. SB“ bedeutet „Gestorben. Sonderbehandlung“. Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
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11 | Brief von Rosine Reinhardt aus Auschwitz-Birkenau vom 14. Juni 1943, von der SS zensiert. Kurz darauf erlag die Zwanzigjährige den unmenschlichen Lebensbedingungen im „Zigeunerlager“. „Macht Euch nur um mich keine Sorgen, es wird schon wieder alles gut werden. Grämt Euch nicht ab, denn bald werden wir zusammen sein, denn einmal muss ja doch […]
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12 | Ein aus dem „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau geschmuggelter Brief einer deutschen Sintiza. Er enthält einen verschlüsselten Hinweis auf die mörderischen Bedingungen im Lager. Etwa in der Mitte heißt es: „Extra Gruß von Baro Naßlepin, Elenta und Marepin“, das sind die Worte in Romanes (der Sprache der Sinti und Roma) für „große Krankheit, Elend und Mord“. […]
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13 | Aus den Erinnerungen von Barbara Adler Archiv DokuZ
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14 | Hermine Horvath
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15 | Hermine Horvath
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16 | Amalie Schaich
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17 | Franz Rosenbach
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18 | Julius Hodosi
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19 | Lucie Adelsberger, die im so genannten „Kinderblock“ des „Zigeunerlagers“ als Häftlingsärztin arbeiten musste.
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