Aus dem Schatten heraustreten: Die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma

Angesichts der fortgesetzten Diskriminierung begannen sich die deutschen Sinti und Roma politisch zu organisieren. Seit Ende der Siebzigerjahre gelang es der sich formierenden Bürgerrechtsbewegung, durch öffentlichkeitswirksame Aktionen national wie international auf ihre Ziele aufmerksam zu machen. Eine wichtige unterstützende Rolle in dieser Phase spielten die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ und ihr Vorsitzender Tilman Zülch. Nach Jahrzehnten im gesellschaftlichen Abseits forderten Repräsentanten der Sinti und Roma ihre bürgerlichen Rechte selbstbewusst ein. Eine wichtige Voraussetzung für diese Entwicklung war der kulturelle und politische Wandel der bundesrepublikanischen Gesellschaft in den 1970er Jahren.

01.1 | Die bekannte Sängerin Marianne Rosenberg stammt aus einer deutschen Sinti-Familie. Ihr Vater Otto Rosenberg überlebte Auschwitz-Birkenau und weitere Konzentrationslager; er war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg. Lange vermied es Marianne Rosenberg, in der Öffentlichkeit über ihre Zugehörigkeit zur Minderheit der Sinti und die Verfolgungsgeschichte ihres Vaters zu […]
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01.2 | Marianne Rosenberg in ihrer Autobiografie „Kokolores“
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02 | Statement von Romani Rose
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03 | Mit einer Protestaktion machte Romani Rose, Vorsitzender des „Verbands Deutscher Sinti“, im Juli 1979 auf ein diskriminierendes Schild aufmerksam, das „Landfahrern“ den Zutritt zu einem Campingplatz verwehrte (Großwelzheim bei Aschaffenburg). Der auch von Behörden gebrauchte, scheinbar neutrale Begriff „Landfahrer“ diente als Ersatz für die historisch belastete Bezeichnung „Zigeuner“, war jedoch mit den gleichen […]
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04.1 | Im April 1981 fand in Göttingen der dritte Internationale Roma Weltkongress statt, organisiert von der „Gesellschaft für bedrohte Völker“. Angereist waren 300 Delegierte aus 28 Staaten. Für den „Verband deutscher Sinti“ nahm dessen Vorsitzender Romani Rose (folgendes Foto, rechts mit Krawatte) an dem Kongress teil. Archiv DokuZ
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04.2 | Im April 1981 fand in Göttingen der dritte Internationale Roma Weltkongress statt, organisiert von der „Gesellschaft für bedrohte Völker“. Angereist waren 300 Delegierte aus 28 Staaten. Für den „Verband deutscher Sinti“ nahm dessen Vorsitzender Romani Rose (rechts mit Krawatte) an dem Kongress teil. Archiv DokuZ
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