Schwieriger Neubeginn 

Die ersten Jahre nach der Befreiung waren geprägt von der verzweifelten, oft langwierigen Suche nach überlebenden Familienangehörigen. Die meisten Sinti und Roma hatten in der Zeit der Verfolgung ihr gesamtes Hab und Gut verloren und mussten sich nun eine neue Existenz aufbauen. Auf Unterstützung der Behörden konnten sie dabei nicht zählen. Im Gegenteil: Städte und Kommunen behandelten die KZ-Überlebenden wie Fremde im eigenen Land und praktizierten eine Politik der Ausgrenzung.

Auch die von den Nationalsozialisten aberkannte deutsche Staatsangehörigkeit blieb vielen Sinti und Roma in der neugegründeten Bundesrepublik weiterhin verwehrt. Da die Überlebenden aufgrund der Verfolgung ihre persönlichen Papiere eingebüßt hatten, erklärte man sie und ihre Nachkommen zu „Staatenlosen“, obwohl die Familien seit Generationen in Deutschland verwurzelt waren.

01.1 | Der Münchener Sinto Josef Höllenreiner mit seiner Frau Sofie im Jahr 1941. Im März 1943 wurden sie mit ihren sechs Kindern nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Archiv DokuZ
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01.2 | Josef Höllenreiner 1946 nach seiner Rückkehr aus den Konzentrationslagern Archiv DokuZ
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02 | Zu den wenigen Unterstützern der überlebenden Sinti und Roma gehörte der bekannte Maler Otto Pankok, dessen Kunst im NS-Staat als „entartet“ diffamiert worden war. Schon seit Beginn der 1930er Jahre stand Pankok in engem Kontakt mit Düsseldorfer Sinti und schuf zahlreiche Porträts von ihnen. Nach dem Krieg setzte sich der Künstler, der 1947 […]
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03.1 | Sonderausweis von Romanus Kreutz als „rassisch Verfolgter“, ausgestellt vom Kreissonderhilfsausschuss Düsseldorf am 3. April 1948. Romanus Kreutz wurde 1939 im Zwangslager Düsseldorf-Höherweg geboren und im Mai 1940 mit seiner Familie ins besetzte Polen deportiert. Vier seiner Geschwister kamen dort ums Leben. Archiv DokuZ
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03.2 | Sonderausweis von Romanus Kreutz als „rassisch Verfolgter“, ausgestellt vom Kreissonderhilfsausschuss Düsseldorf am 3. April 1948. Romanus Kreutz wurde 1939 im Zwangslager Düsseldorf-Höherweg geboren und im Mai 1940 mit seiner Familie ins besetzte Polen deportiert. Vier seiner Geschwister kamen dort ums Leben. Archiv DokuZ
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04.1 | Reinhard Florian als Häftling in Auschwitz. Der aus Ostpreußen stammende Sinto war unter anderem in den Konzentrationslagern Auschwitz-Monowitz und Mauthausen inhaftiert. Seine Mutter und elf Geschwister fielen dem Völkermord zum Opfer. Nach seiner Befreiung konnte er aufgrund der veränderten weltpolitischen Lage nicht mehr in seine ostpreußische Heimat zurück. Erst Jahre später begegnete er […]
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04.2 | Reinhard Florian auf einer Aufnahme aus den ersten Nachkriegsjahren. Der aus Ostpreußen stammende Sinto war unter anderem in den Konzentrationslagern Auschwitz-Monowitz und Mauthausen inhaftiert. Seine Mutter und elf Geschwister fielen dem Völkermord zum Opfer. Nach seiner Befreiung konnte er aufgrund der veränderten weltpolitischen Lage nicht mehr in seine ostpreußische Heimat zurück. Erst Jahre […]
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04.3 | Reinhard Florian
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04.4 | Handgeschriebene Liste mit Namen befreiter Häftlinge des Lagers Ebensee (ein Außenlager des KZ Mauthausen) vom 9. Mai 1945. Reinhard Florian hat die Nummer 93. National Archives and Records‘ Administration, Washington D.C.
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05.1 | In der ersten Zeit nach der Befreiung stellten alliierte oder deutsche Stellen den überlebenden Sinti und Roma Bescheinigungen oder Ausweise aus, die die erlittene KZ-Haft bezeugten. Archiv DokuZ
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05.2 | In der ersten Zeit nach der Befreiung stellten alliierte oder deutsche Stellen den überlebenden Sinti und Roma Bescheinigungen oder Ausweise aus, die die erlittene KZ-Haft bezeugten. Archiv DokuZ
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05.3 | In der ersten Zeit nach der Befreiung stellten alliierte oder deutsche Stellen den überlebenden Sinti und Roma Bescheinigungen oder Ausweise aus, die die erlittene KZ-Haft bezeugten. Archiv DokuZ
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