Selbstbehauptung

Das „Zigeuner“-Bild in den überlieferten Akten des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, in denen die Menschen als Objekte staatlicher Repression erscheinen, ist einseitig und fragmentarisch. Trotz diskriminierender Sonderbestimmungen, die in der Praxis ohnehin nicht konsequent umgesetzt wurden, fanden viele Familien ihren Platz in der Gesellschaft und konnten sich auch wirtschaftlich behaupten. So zeigen die erhalten gebliebenen Privatfotos von Sinti und Roma aus dieser Zeit eine große Bandbreite von Lebensentwürfen und sozialen Verhältnissen.

Wie zahlreiche Beispiele auf lokaler und regionaler Ebene zeigen, gab es vielfältige Formen eines alltäglichen Miteinanders von Minderheit und Mehrheitsbevölkerung. Augenfälliges Zeugnis dieses integrierten Lebens sind historische Fotografien, die Sinti oder Roma als Soldaten vor oder während des Ersten Weltkriegs zeigen.

01 | Elisabeth Haag (geb. Lagrene), ca. 1917 Archiv DokuZ
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02 | Paul Steinbach in Soldatenuniform mit seinen beiden Nichten Archiv DokuZ
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03 | Angehörige der ostpreußischen Sinti-Familie Ernst, um 1905 Archiv DokuZ
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04 | Bruno Ernst wurde später im KZ Mauthausen ermordet. Archiv DokuZ
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05 | Urkunde für Otto Ernst (1927) Archiv DokuZ
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06 | Friedrich Steinbach als Soldat der Kaiserlichen Armee Archiv DokuZ
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07 | Filip Strauß war Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde später in Auschwitz ermordet. Archiv DokuZ
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08 | Eduard Höllenreiner als Soldat während des Ersten Weltkriegs Archiv DokuZ/Privatbesitz Familie Marco Höllenreiner
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09 | Auszeichnungsurkunde für Eduard Höllenreiner, Juni 1917 Archiv DokuZ
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10 | Urkunde zur Verleihung einer „Erinnerungs-Medaille“ an den Musketier Oskar Rose aus dem Jahr 1897 Archiv DokuZ
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11 | Gottlieb Bamberger als Soldat im Ersten Weltkrieg Archiv DokuZ
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12 | Wilhelm Ernst als Soldat im Ersten Weltkrieg Archiv DokuZ
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13 | Wilhelm Heilig, hier mit Frau und Kind, war Soldat im Ersten Weltkrieg. Archiv DokuZ
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14 | Wie in dieser „Militär-Dienstzeitbescheinigung“ vermerkt, wurde der Musketier Julius Heilig am 8. Januar 1917 mit dem „Eisernen Kreuz zweiter Klasse“ ausgezeichnet. Archiv DokuZ
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