Die ersten Deportationen in das besetzte Polen

Am 21. September 1939 beschloss eine Konferenz der SS unter der Leitung von Heydrich die Deportation aller 30.000 Sinti und Roma aus dem Reichsgebiet in das besetzte Polen. Als vorbereitende Maßnahme erließ Himmler am 17. Oktober 1939 einen „Festschrei­bungserlass“: Man verbot Sinti und Roma unter Androhung von KZ-Haft, ihre Wohnorte zu verlassen.

Ein halbes Jahr später, am 27. April 1940, ordnete Himmler die Deportation von 2.500 Sinti und Roma in das „Generalgouverne­ment Polen“ an. In Hamburg, Köln und Asperg bei Ludwigsburg wurden Sammellager eingerichtet. Von dort fuhren die Deporta­tionszüge mit den Sinti- und Roma-Familien direkt in die Zwangs­arbeitslager im besetzten Polen.

01 | Heinrich Himmler, Reichsführer SS, in einer Rede vor Gauleitern und anderen Parteifunktionären in Berlin am 29.2.1940
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02.1 | Die Deportation der Sinti und Roma aus dem Sammellager Hohenasperg in das besetzte Polen am 22. Mai 1940 Bundesarchiv, R 165 Bild 244-42
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02.2 | Die Deportation der Sinti und Roma aus dem Sammellager Hohenasperg in das besetzte Polen am 22. Mai 1940 Bundesarchiv, R 165 Bild 244-55
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03.1 | Auch die Kölner Messehallen dienten als provisorisches Sammellager, von denen aus Sinti- und Roma-Familien in das besetzte Polen deportiert wurden. Archiv DokuZ
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03.2 | Auch die Kölner Messehallen dienten als provisorisches Sammellager, von denen aus Sinti- und Roma-Familien in das besetzte Polen deportiert wurden. Archiv DokuZ
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04.1 | Heinrich Birkenfelder wurde im Mai 1940 zusammen mit seiner Frau Amalie und vier Kindern nach Polen deportiert. Dort kam ein fünftes Kind zur Welt, das wenig später aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen starb. Archiv DokuZ
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04.2 | Amalie Birkenfelder mit ihrem Sohn Max. Archiv DokuZ
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04.3 | Sonja und Senta, die beiden Töchter von Heinrich und Amalie Birkenfelder. Das Foto entstand im Getto Radom. Archiv DokuZ
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04.4 | „Bescheinigung“ für Heinrich Birkenfelder, ausgestellt im Sammellager Hohenasperg (Vorderseite). Das Dokument trägt die Unterschrift Josef Eichbergers vom Berliner Reichskriminalpolizeiamt. Archiv DokuZ
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04.5 |  „Bescheinigung“ für Heinrich Birkenfelder, ausgestellt im Sammellager Hohenasperg (Rückseite). Archiv DokuZ
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04.6 | Schreiben der Kriminalpolizeistelle Ludwigshafen vom 24. Mai 1940 zur Namensliste der aus Ludwigshafen in das besetzte Polen deportierten Sinti und Roma. Darunter befanden sich auch die Angehörigen der Familie Birkenfelder. Stadtarchiv Ludwigshafen, ZR II 2173, 26
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04.7 | Auszug der Liste mit Namen der aus Ludwigshafen deportierten Sinti und Roma. Darunter auch Heinrich und Amalie Birkenfelder mit ihren Kindern Senta, Sonja, Max und Marianne. Stadtarchiv Ludwigshafen, ZR II 2173, 28
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05 | Maria Theresia Lehmann bei ihrer Firmung im April 1940. Wenige Wochen später wurde sie mit ihrer Familie ins besetzte Polen deportiert. Hartmut Bohrer
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06 | Maria Winterstein gehörte zu den Opfern der Deportation aus Südwestdeutschland im Mai 1940. Archiv DokuZ
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07 | Richard Reinhard, aufgenommen kurz vor seiner Deportation ins besetzte Polen Archiv DokuZ
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08.1 | Hermann Kreutz, der im Ersten Weltkrieg Soldat gewesen war, wurde mit seiner Familie in das Zwangslager für „Zigeuner“ in Düsseldorf-Höherweg eingewiesen und im Mai 1940 ins besetzte Polen deportiert. Vier seiner zwölf Kinder kamen in Polen um. Archiv DokuZ
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08.2 | Renaldi Kreutz war eines der vier Kinder von Hermann Kreutz, die nach der Deportation in Polen umkamen. Archiv DokuZ
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09 |Schnellbrief des „Reichssicherheitshauptamts“ vom 17. Oktober 1939: „Betrifft: Zigeunererfassung“ „(…) sämtlichen in ihrem Bereich befindlichen Zigeunern und Zigeunermischlingen die Auflage zu erteilen, von sofort ab bis auf weiteres ihren Wohnsitz oder jetzigen Aufenthaltsort nicht zu verlassen.“ Staatsarchiv München, LRA 199580  
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10.1 | Schnellbrief des „Reichsführers SS“ vom 27. April 1940: „Betrifft: Umsiedlung von Zigeunern“ „Der erste Transport von Zigeunern nach dem Generalgouvernement wird Mitte Mai in Stärke von 2500 Personen (…) in Marsch gesetzt werden.“ BayHStA, MInn 72579  
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10.2 | Schnellbrief des „Reichsführers SS“ vom 27. April 1940: „Betrifft: Umsiedlung von Zigeunern“ „Der erste Transport von Zigeunern nach dem Generalgouvernement wird Mitte Mai in Stärke von 2500 Personen (…) in Marsch gesetzt werden.“ BayHStA, MInn 72579  
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11 | Interview mit Olanda Guttenberger, März 1990 Krausnick, Michail: Abfahrt Karlsruhe, Ubstadt-Weiher 2015, S. 16
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