Die Verfolgung der Roma und Sinti in Österreich

Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 wurden zahlreiche gegen „Zigeuner“ gerichtete Bestimmungen erlassen. Im Fokus standen die etwa 8.000 Roma des Burgenlandes, das bis 1921 zu Ungarn gehörte. Eine der treibenden Kräfte der Ausgrenzungs-
politik war der erste burgenländische Landeshauptmann Tobias Portschy.

Auf Befehl Himmlers wurden im Juni 1939 Hunderte burgen­ländischer Roma – Frauen wie Männer – verhaftet und in Konzen­trationslager eingewiesen, darunter zahlreiche Jugendliche. Außerdem richtete man spezielle Internierungslager für „Zigeuner“ ein, das größte in Lackenbach mit insgesamt etwa 4.000 Insassen. 237 Personen starben dort aufgrund der katastrophalen Bedin­gungen, vor allem an Fleckfieber. Für die meisten Häftlinge war Lackenbach Durchgangsstation auf dem Weg in die Vernichtungs­lager. Schätzungen gehen davon aus, dass 85 Prozent der öster­reichischen Roma und Sinti dem Holocaust zum Opfer fielen.

01 | Interview mit Ceija Stojka (1933–2013)
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02 | Das Eintreffen der ersten Häftlinge im Lager Lackenbach, 23. November 1940 Sammlung Prof. Leopold Banny, Lackenbach
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03 | Appell im Lager Lackenbach Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien
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04.1 | Verhaftung der Roma aus Jois (Neusiedler See) und deren Abtransport nach Lackenbach, September 1941 Privatsammlung Franz Hillinger, Jois
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04.2 | Verhaftung der Roma aus Jois (Neusiedler See) und deren Abtransport nach Lackenbach, September 1941 Privatsammlung Franz Hillinger, Jois
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05 | Burgenländische Roma beim Appell im KZ Dachau, Juli 1938 Bundesarchiv, Film 152-27-11A
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06 | Angehörige der Wiener Roma-Familie Stojka mit Freunden, Ende der Dreißigerjahre. Im März 1943 wurden sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Das jüngste Kind Ossi (sitzend vorne links) kam dort um. Karl Stojka (sitzend vorne rechts) überlebte und verarbeitete seine traumatischen Erlebnisse später in Bildern und Texten. Außerdem engagierte er sich für die Roma-Bürgerrechtsbewegung in Österreich. […]
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07.1 | Angehörige der Wiener Roma-Familie Horvath, die alle dem Völkermord zum Opfer fielen Archiv DokuZ
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07.2 | Angehörige der Wiener Roma-Familie Horvath, die alle dem Völkermord zum Opfer fielen Archiv DokuZ
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08.1 | Stefan Sarközi (rechts am Bass) mit seinen Brüdern als Musiker auf einem Fest in Unterschützen (Burgenland), wo etwa 150 Roma beheimatet waren. Nur elf von ihnen haben den Völkermord überlebt. Auch Stefan Sarközi, seine Frau und fünf ihrer Kinder wurden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet, darunter die auf dem nächsten Foto abgebildete Irma […]
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08.2 | Auch Stefan Sarközi, seine Frau und fünf ihrer Kinder wurden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet, darunter die auf dem Foto abgebildete Irma Sarközi. Kulturverein österreichischer Roma, Wien
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09 | Roma-Musiker als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Unterwart, 1935 Sammlung Josef Berta, Unterwart
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10 | Roma-Jungen nach der Firmung in Unterwart, Zwischenkriegszeit Sammlung Josef Berta, Unterwart
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11 | Titelblatt der Denkschrift „Die Zigeunerfrage“ vom Landeshauptmann des Burgenlands, Tobias Portschy, August 1938 „Willst Du, Deutscher, Totengräber des nordischen Blutes im Burgenlande werden, so übersehe nur die Gefahr, die ihm die Zigeuner sind!“ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien  
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12 | Grenzmark-Zeitung vom 4. September 1938, hg. von Tobias Portschy „Kein Schulbesuch von Zigeunern“
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13 | Anordnung des Landrats von Oberwart vom 7. November 1941 „Verbot der Benützung von Verkehrsmitteln durch Zigeuner“ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien
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14 | Schreiben des Landrats des Kreises Oberwart vom 6. Januar 1942: „Betrifft: Zigeunerfrage, Lösung“ „(…) Zigeuner in geeigneter Weise zu veranlassen, dass sie heute schon ihren Grundbesitz verkaufen. Dies hat aber derart zu geschehen, dass keine Beunruhigung eintritt und Zigeuner nicht zur Meinung kommen, dass ihnen ein Abtransport heute oder morgen bevorstehe.“ Dokumentationsarchiv des österreichischen […]
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