Totale Erfassung: die „Rassenhygienische Forschungsstelle“

Um Sinti und Roma im Sinne der „Nürnberger Gesetze“ zu definieren, bedienten sich die Nationalsozialisten der Rassen­forschung, die schon vor Beginn der NS-Diktatur etabliert war und großen Einfluss auf den öffentlichen Diskurs hatte. Ende 1936 wurde in Berlin die „Rassenhygienische Forschungsstelle“ unter Leitung von Dr. Robert Ritter eingerichtet. Auf Grundlage des Himmler-Erlasses vom 8. Dezember 1938 sollte die „Forschungs­stelle“ in enger Kooperation mit dem SS- und Polizeiapparat alle im Reich lebenden Sinti und Roma erfassen und „rassenbiologisch“ klassifizieren.

Ritter und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten mit Unterstützung staatlicher und kirchlicher Stellen reichsweit genealogische und anthropologische Untersuchungen an Sinti und Roma durch. Sie zwangen die Menschen, Auskunft über ihre Verwandtschaftsverhältnisse zu geben, und nahmen aufwendige Vermessungen an ihnen vor. Neben detaillierten Stammbaumtafeln wurden Tausende anthropologische Fotografien angefertigt. Zahllose Blut- und Haarproben wurden genommen.

Die bis Kriegsende von Ritters Institut erstellten 24.000 Gutachten, die Menschen per „Rassendiagnose“ zu „Zigeunern“ oder „Zigeu­nermischlingen“ erklärten, bildeten eine wichtige Grundlage für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

01.1 | Mitarbeiterin der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ bei ihren Untersuchungen. Sogar Gesichtsmasken und Kopfplastiken wurden hergestellt. Bundesarchiv, Bild R 165 Bild-244-64
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01.2 | Mitarbeiterinnen der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ bei ihren Untersuchungen. Sogar Gesichtsmasken und Kopfplastiken wurden hergestellt. Bundesarchiv, Bild R 165 Bild-244-66
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02 | Kopfplastiken von Sinti und Roma in einer Vitrine der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“, 1942 Bundesarchiv, Bild 146-1998-049-30
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03 | Zwei erhalten gebliebene Kopfplastiken sind heute in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen, als Exponate der Ausstellung „Medizin und Verbrechen 1936–1945“. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Fotograf: Friedhelm Hofmann
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04 | Mitarbeiterin der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ bei ihren Untersuchungen. Bundesarchiv, Bild 146-1989-110-33
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05.1 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/70
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05.2 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/66
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05.3 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/67
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05.4 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/67
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05.5 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/69
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05.6 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/69
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05.7 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/69
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05.8 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165/69
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05.9 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.10 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.11 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.12 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.13 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.14 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.15 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.16 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.17 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.18 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.19 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.20 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.21 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.22 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.23 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.24 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.25 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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05.26 | Hand-, Augen- und Nasenfotos sowie Porträtfotos von Sinti und Roma, aufgenommen im Zuge der rassenbiologischen Untersuchungen Bundesarchiv, R 165
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06 | „Rassische Untersuchungs-Bescheinigung“ vom März 1938 Archiv DokuZ
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07 | „Gutachtliche Äußerung“, unterzeichnet von Dr. Robert Ritter. Mit der Abkürzung „Evak.“ (evakuiert) links unten wurde die Deportation ins besetzte Polen vermerkt. Archiv DokuZ
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08 | Messkarte zu Paul Köhler aus dem Bestand der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“, 1938 Bundesarchiv, Bild 165/12
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09 | Erkennungsdienstliches Foto von Paul Köhler, vermutlich 1938 Bundesarchiv Bild 165/10
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10 | Der Mitarbeiter der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ Dr. Adolf Würth in einem Vortrag bei einer Tagung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenforschung“, September 1937
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